Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in Laubegast

Laubegast ist ein Stadtteil im Dresdner Osten, der sich selbst als bürgerlich und solidarisch, kulturell vielfältig und bunt erlebt. Hier gibt es viele KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, man feiert gern und oft und es gibt wenig soziale Härtefälle. Den Laubegastern geht es gut. Laut einer Umfrage der Sächsischen Zeitung von 2008 ist Laubegast Dresdens beliebtester und „glücklichster“ Stadtteil.

Doch wenn man genauer hinschaut fallen auch andere Phänomene auf: An Meldungen über rechtsextreme Aktivitäten aus ländlichen Regionen Sachsens haben wir uns bereits gewöhnt, aber auch in Laubegast und den angrenzenden Gebieten Tolkewitz und Leuben nehmen rechtsextrem motivierte Erscheinungen zu. Unterhalb der Oberfläche gewinnen rassistische und antisemitische Meinungen Raum.

    • So finden sich Aufkleber und Schmierereien mit rassistischen, antisemitischen und neonazistischen Inhalten bis hin zu verbotenen Symbolen an Einkaufszentren, Häusern, Bänken, Spielplätzen und Laternen (siehe auch Dokumentation).

 

  • An Christi Himmelfahrt 2010 marschierten etwa 20 uniform gekleidete junge Männer mit Hitlergruß durch Laubegast. Auf Veranstaltungen, die die Interkulturalität des Stadtteils betonen, tauchten im Jahr 2011 mehrmals junge Männer mit neonazistischem Hintergrund auf und versuchten ihre populistisch vereinfachten Antworten auf gesellschaftliche Problemlagen zu verbreiten. Der Spielplatz an der Berchtesgadener Straße wurde wiederholt als Nazitreff missbraucht. Der Platz um die Himmelfahrtskirche in Leuben wird von einer Gruppe frequentiert und regelmäßig beschädigt, die sich selbst die „weißen Wölfe“ nennt. Aufgrund neonazistischer Parolen mussten Jugendliche aus Kinder- und Jugendeinrichtungen verwiesen werden und andere Jugendliche sollten vor deren Einfluss geschützt werden. Ihr Verhalten ließ auf Mitgliedschaften und Schulungen durch neonazistische Strukturen schließen.

 

  • Bei der letzten Stadtratswahl, in der die Wahlbeteiligung nicht einmal 50% betrug, erhielten rechtsextreme Parteien durchschnittlich 5% der Stimmen des Stadtteils (siehe auch Wahlergebnisse 2009).

  • Eine Studie der Universität Bielefeld zu „Rechtsextremen Strukturen und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in der Landeshauptstadt Dresden“ zeigt, dass kameradschaftsähnliche Strukturen „ihren alltäglichen Schwerpunkt im Stadtteil Laubegast“ haben (Heitmeyer, 2010). Die Verbreitung von menschenfeindlichen Einstellungen gegenüber sozial schwachen Gruppen sind zudem auch in unserem Stadtteil dokumentiert.